Die Art wie wir arbeiten, hat sich seit der industriellen Revolution kaum geändert

Die Art wie wir arbeiten, hat sich seit der industriellen Revolution kaum geändert

Am 7.12.2021 hat unsere Generalversammlung der Digitalen Nomaden Schweiz zum zweiten Mal vollständig remote stattgefunden. Alle Beschlüsse, die Präsentation und das Protokoll sind hier abrufbar.

Für uns selbstverständlich: Abstimmungen und Kommunikation funktionieren online hervorragend. Wichtige Entscheidungen sind mittlerweile problemlos per Zoom machbar. Natürlich ist einiges einfacher, wenn man sich persönlich trifft, zum Beispiel Socializing und Community Building. Aber das ist noch lange kein Grund, nicht mit neuen Arbeitsformen zu experimentieren.

Der hervorragende und richtungsweisende Remote Work Podcast „Why the Way We Work is Broken“ mit Deborah Lovich BCG und Brian Elliott, Senior Vizepräsident vom Future Forum hat mich dazu inspiriert, hier eine kleine Zusammenfassung meiner Learnings festzuhalten. Quelle: The So What: A Business Strategy Podcast | BCG, 24 Minuten

Exodus an Talenten wegen „Back to the Office“

Aktuell bemerken gerade sehr viele Angestellte, dass sie nicht mehr zwingend im Büro sitzen müssen, um ihre Arbeit zu machen. Das wird dazu führen, dass viele Personen ihre Arbeitgeber wechseln werden, sobald versucht wird, die neu gewonnene Flexibilität wieder einzuschränken.

Ganze 44% der Führungskräfte wollen zurück ins Büro wogegen nur 17% der Angestellten dieses Bedürfnis haben. Quelle Futureforum im Pulse Survey vom Oktober 2021

Fixe Jobbeschreibungen und am Morgen das Haus verlassen. Das geht auch anders!

Interessanterweise hat sich die Art, wie Knowledgeworker arbeiten, seit der industriellen Revolution (1760 – 1840: Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft mit kapitalistischen Unternehmern und lohnabhängigen Proletariern) kaum verändert. Die Coronakrise hat uns gezeigt, dass all diese alten Vorsätze obsolet werden. Plötzlich stellt sich bei ganz vielen die Frage ob „Live to Work“ nicht auch als „Work to Live“ zu machen wäre. Wir befinden uns aktuell im Übergang ins Zeitalter des Purpose, des Sinns.

Servant Leader – Barrieren beseitigen statt Command and Control

Eine moderne Führungskraft soll Mitarbeitende motivieren, statt sie zu kontrollieren. Servant Leaders beseitigen Barrieren, helfen Lösungswege aufzuzeigen. Coaching und Inspiration sind gefragt.

Asynchron und Remote

Vieles lässt sich asynchron und remote erledigen, zum Beispiel müssen für die reine Informationsvermittlung nicht zwingend alle gleichzeitig in einem Meeting anwesend sein. Dieses kann auch per aufgezeichnetem Video passieren, so haben die Empfänger dann auch die Möglichkeit die Geschwindigkeit individuell anzupassen und das Gesagte z.B. mit 1.5facher Geschwindigkeit anzuhören.

Neuer Muskel für Führungskräfte nötig

Damit Angestellte wie oben beschrieben geführt werden können, müssen Führungskräfte einen neuen Muskel trainieren. Das ist zugegeben nicht ganz einfach. Wenn du dein ganzes Leben lang Basketball gespielt hast, bist du nicht automatisch plötzlich ein guter Eishockey-Spieler. Viel Training und Arbeit am Mindset sind nötig. Dazu muss vieles im Remotebereich aufgegeben werden: schöne Büros, tolle Mittagessen und elegante Dienstwagen.

Der Wasserkühler als einziger Ort der Innovation – Wie wärs mit einer Workation?

Oft wird der Wasserkühler als zentraler Innovationsort eines Unternehmens erwähnt, der fehlt, wenn man remote arbeitet. Ist das aber nicht gleichzeitig auch ein Armutszeugnis? Die zufällige Begegnung am Wasserkühler als einziger Ort für den Austausch über die Firmensilos hinweg? Hier haben Remoteteams einfach Abhilfe geschaffen: Workations, Kombination von Work und Vacation.

Workations: Am Morgen zusammen arbeiten, am Nachmittag gibts Workshops mit dem Team

In der ersten Woche wird morgens normal gearbeitet (E-Mails beantworten, Telefonate führen, Zoommeetings mit Kunden usw.), nachmittags finden kurze 1.5h Workshops statt, von und für Mitarbeitende des eigenen Unternehmens. In der zweiten Woche wiederum morgens normale Remote-Büroarbeit, am Nachmittag gemeinsame Ausflüge. Die dritte Woche kann optional als gemeinsame Ferienwoche gebucht werden.

Heutiger Arbeitsort – Schiff auf dem Vierwaldstättersee

Heute ging ich früh raus, ich wollte das 10 Uhr Winter-Schiff auf dem Vierwaldstättersee erwischen, welches in ca. 3 Stunden von Luzern nach Flüelen fährt. Danach über die alte Gotthardstrecke ins Tessin, auf der vergeblichen Such nach etwas Sonne. Auf dem Schiff und im Zug liess es sich einmal mehr bestens arbeiten, ab und zu ein paar Empfangsausfälle im Gotthardgebiet, aber das gibt dafür kreative Pausen.

Ruhe, bitte – Für Stille in unserem Kopf zu sorgen fällt uns offensichtlich genauso schwer, wie eine Diät zu halten

Mein Blogartikel zu ZFDB (Zeit für die Birne) ist schon eine Weile her, aber nicht minder aktuell. Gerade habe ich einen spannenden Text von Wolf Lotter aus Brand eins von 2014 gelesen, dazu ein aktuelles Update in Getabstract. Peter Levels bringt es ebenfalls auf den Punkt: Why I’m unreachable and maybe you should be too. Jetzt höre ich den fast zweistündigen Podcast in Modern Wisdom von Johan Hari mit dem Titel Why You Can’t Pay Attention And Focus. Und der Podcast mit Cal Newport erklärt den Content Switch – How To Master Your Email Overload – Emails werden durchschnittlich alle 6 Minuten gecheckt, was zu Flow-Unterbrechungen von bis zu 18 Minuten führen kann (Content Switch). Dazu passend, das Zeit-Energie Paradoxon. Das Thema wird uns auch 2022 stark beschäftigen.

Passendes Video mit Warren Buffet und Bill Gates zum Thema Zeit, als sie die fast leere Agenda von Buffet betrachten: There is no way I will be able to buy more time

 

 

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