Transformation – Wie wir Zukunft in Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam gestalten
Die Magie der Transformation
Das Buch von Reza Razavi habe ich dank einer Empfehlung von Peter Kreuz entdeckt. Pflicht-Lektüre zum Thema Transformation, auch für Digitale Nomaden.
Die Metamorphose des Schmetterlings wird darin als passende Metapher erwähnt. Das Imago-Prinzip hat mich stark an meine eigene Geschichte erinnert: Pioniere werden zuerst immer belächelt, bekämpft und dann kopiert. Wenn wir so 10-15 Jahre zurückgehen, dann wurden Digitale Nomaden meist als Hippies, die kein Geld ausgeben wollen und eher arbeitsscheu eingeschätzt. Dies hat sich mittlerweile komplett verändert. Es wird immer deutlicher sichtbar, dass Remote Work in Zukunft vielen Ländern (z.B. Portugal) massive Steuer-Einnahmen beschert.
Durch das Aufsetzen von Flügeln, wird eine Raupe noch lange kein Schmetterling, der fliegen kann.
Schmetterling: Freiheit, Verwandlung, Leichtigkeit und Unbeschwertheit.
Das künstliche Flügel aufsetzen erinnert mich an all die gutgemeinten Aktionen, in denen Firmen zum Beispiel einen Früchtekorb organisieren und die Mitarbeitenden Tischfussball spielen dürfen. Eine echte Transformation sieht anders aus. Remote Work während der Pandemie war oft nur das Kopieren einer antiquierten Bürokultur ins Virtuelle. Dabei hätte Remote Work wunderbare Chancen, Arbeit ganz anders zu sehen, als wir das bis jetzt erlebt haben. Im Zentrum steht der Mensch mit seinen unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Es nützt nichts, wenn Präsentismus oder operative Hektik als Zeichen von guter Arbeit belohnt werden. Viel wichtiger ist das Resultat, Zeit und Ort rücken dabei in den Hintergrund.
Possibilisten agieren, ohne die Welt verändern zu müssen
Bewahren ist viel einfacher als verändern. In modernen, zukunftsgerichteten Systemen werden alle mitgestalten. Transformation bedingt einen Paradigmenwechsel. Digitale Nomaden zeigen schon heute wunderbar auf, wie sich Arbeit neu gestalten liesse. Die 7 Vs sind aber immer noch stark präsent: Verstecken, versteifen, verbieten, verunmöglichen, verschlafen, verdrängen und verschätzen. Wir werden dafür einen hohen Preis bezahlen. Veränderung findet leider meist nur unter grossem Leidensdruck statt.
Für die Transformation, kann ein Ziel unscharf sein. Wichtig ist, dass einem gemeinsamen Anliegen, einer gemeinsamen Idee gefolgt wird, die den Beteiligten am Herzen liegt. Für Digitale Nomaden ist dieses gemeinsame Ziel klar: Freiheit, ohne an einen Bürotisch gefesselt zu sein.
Das BIP misst alles, ausser was das Leben lebenswert macht
Die Entfaltung des menschlichen Potentials kann unter der richtigen Führung wahre Wunder bewirken. Verwiesen wird dabei auf das Manifest für menschliche Führung von Markus Raitner. Es geht dabei um folgende Grundsätze:
- Unleashing human potential over employing human resources.
- Diversity and dissent over conformity and consensus.
- Purpose and trust over command and control.
- Contributions to networks over position in hierarchies.
- Growing leaders over leading followers.
- Courageously exploring the new over efficiently exploiting the old.
Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie bereiten wir unsere Kinder und Jugendlichen darauf vor?
Der permanete Krisenmodus und ein gewisser Zukuftsatheismus hindern uns daran, die Zukunft der Arbeit aktiv mitzugestalten. Viel zu oft leiten wir die Zukunft von unserer Vergangenheit ab. Viel wichtiger wäre es, Visionen umzusetzen und Emotionen zu schaffen. Selten haben Pessimisten die Welt verändert. Wer als Digitaler Nomade reist und arbeitet hat einen viel einfacheren Zugang zu Visionen und Emotionen. Oft geht es dabei auch darum, Widersprüche auszuhalten oder Instabilität willkommen zu heissen.
Sind unsere Arbeitsgewohnheiten noch zeit- und zukunftsgerecht?
Vor allem Hybrid und Remote Firmen beschäftigen sich intensiv mit dem Aufbau einer passenden Unternehmenskultur. Wenn aktuelle Rahmenbedingungen die grösseren Einflüsse haben als unsere Werte, besteht dringend Handlungsbedarf. Unternehmenskultur hat drei Seiten: Die gegen aussen gerichtete, die formale und die informale Seite. In meinen Remote Work Workshops arbeite ich vor allem mit dem Team Charter Canvas, die Übung ist einfach durchzuführen, dauert ca. 45 Minuten und hilft mit, sich das Team in einem Van vorzustellen, mit dem man gemeinsam unterwegs ist. Was sind unsere gemeinsamen Werte, wer fährt den Van, welche Hindernisse gilt es zu beachten und ganz wichtig: was verleiht uns die nötige Energie? Den Van habe ich letzte Woche grad wieder in einem 8köpfigen Management Team in Belgrad eingesetzt, mit dem ich einen 2tägigen Remote Workshop vor Ort durchführen durfte. Einen kleinen Einblick zum Workshop gibt es hier.
Es hilft wenig mit einem Mindset von gestern die komplexen Probleme von morgen lösen zu wollen
Eine Studie von Gallup besagte schon 2013, dass weltweit nur 15% der Belegschaft mit dem Unternehmen verbunden sind, der Rest macht Dienst nach Vorschrift. Es ist jetzt an der Zeit, die Weichen zu stellen und nicht weiter abzuwarten, dass Quiet Quitters das Unternehmen verlassen, ein paar gute Praxistipps gibt es hier.




