Ja, es funktioniert! Selbstfahrende Postautos in Sion

Selbstfahrende Postautos in Sion

Selbstfahrende Postautos in Sion

Die Meldung ging bereits letztes Jahr wie ein Lauffeuer durch die internationalen Medien. In Sion werden in einem Pilotversuch selbstfahrende Postautos eingesetzt.

Erster Zwischenfall mit einem selbstfahrenden Postauto

Doch nach einem kleinen Zwischenfall (die Höhe des Postautos wurde von den Sensoren falsch eingeschätzt) im September 2016 wurde der Testlauf für zwei Wochen unterbrochen. Jetzt fahren die Postautos wieder.
Das Interesse bei mir war sofort geweckt. Ich wollte eigentlich schon lange mal eine Runde in einem dieser handlichen Postautos drehen, aber Sion lag nie auf meinem Weg. Heute fahre ich extra hin, ist ja auch nur eine Stunde von Thun entfernt.

Warum interessiert sich ein Digitaler Nomade für selbstfahrende Postautos?

Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Digitalisierung unserer gewohnten Umgebung, es verändern sich Dinge, die wir noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätten. Was automatisiert werden kann, wird sowieso früher oder später gemacht. Es geht mir momentan darum, die Dinge aus reiner Neugier anzuschauen, um mir mein eigenes Urteil bilden zu können.

Ein Digitaler Nomade könnte so ja vielleicht irgendeinmal remote in der Überwachung der Postautoflote mitarbeiten und die Fahrzeuge vom Strand in Bali aus kontrollieren.
In der letzten Zeit habe ich sowieso das Gefühl, ich möchte die spannenden, neuen Dinge gerne wieder selber in der Realität anschauen und nicht nur digital darüber lesen.

Google, Tesla und jetzt auch PostAuto Schweiz

Was bedeutet diese Entwicklung nun für unsere Zukunft, wenn der Versuch erfolgreich verläuft. Google forscht an selbstfahrenden Autos, allerdings auch ab und zu mit Zwischenfällen.

Tesla versucht den Autopiloten voranzutreiben, trotz einigen fatalen Rückschlägen. Werden wir die Freiheit, unser Auto selber lenken zu dürfen irgendwann mal vermissen? Vielleicht. Aber zuerst werden wir in Zukunft sicher mal die Vorzüge der automatischen Lenkung geniessen.

Meine erste Fahrt in einem selbstfahrenden Postauto

In Sion angekommen, hab ich nicht schlecht gestaunt. Ich hatte komischerweise das Gefühl, man könne direkt nach dem Verlassen des Bahnhofs in die selbstfahrenden Postautos einsteigen und losfahren.

Weit gefehlt, das erste was ich am Bahnhofsplatz sehe, sind zwei ältere, bärtige Buschauffeure, die rauchend neben ihren traditionellen Bussen stehen, die Szene könnte sich so auch locker im Jahr 1986 abspielen. Das sind ja grad die richtigen zwei, um zu erfahren, wo denn jetzt die berühmten digitalen Buschauffeur-Kollegen fahren.

Die Begeisterung der Chauffeure hält sich in Grenzen

Meine Frage nach den SmartShuttles (Selbstfahrende Postautos) scheinen sie nicht zu verstehen, erst als ich „bus sans chauffeurs“ erwähne, wissen sie von was ich spreche.
Was sie denn von dem Projekt halten würden, will ich wissen. Die Begeisterung hält sich nicht ganz unerwartet in Grenzen, schliesslich bedroht die Entwicklung auch mal ihre Jobs. Auf ihren Strecken ausserhalb der Stadt, habe es viele Kinder die über die Strasse rennen, da sei der Verkehr mit selbstfahrenden Fahrzeugen viel zu gefährlich und werde nie kommen. Na dann, warten wir mal ab…

Freies WLAN in Sion

Nach ca. 600 Metern erreiche ich die Altstadt. Sion hat übrigens in der ganzen Stadt kostenloses WLAN, ich bin total begeistert.

Die App wurde erst 500 mal runtergeladen

Die App ist rasch runtergeladen, das Interesse daran scheint sich aber noch ziemlich in Grenzen zu halten. Erst 500 mal wurde sie seit dem Start im Juni 2016 runtergeladen. Darauf kann man ähnlich der Uber-App sehen, wo sich das Shuttle gerade befindet und wie lange man noch warten muss.

Maximale Geschwindigkeit von 20 kmh

Nach 15 Minuten kommt das Gefährt langsam (ca. 10 kmh) angerollt. Darin befindet sich zu meiner Überraschung eine Frau von Postauto AG, die zur Sicherheit mitfährt und eingreift, falls die Sensoren versagen.
Das muss sie aber auf unserer Fahrt zum Glück nicht, geschickt manövriert der kleine Bus um Fussgänger und Velofahrer herum.
Neben mir sitzen noch zwei ältere Herren der Gemeinde Gland im Fahrzeug und geniessen die Fahrt sichtlich begeistert.
Ab und zu muss das Postauto ziemlich brüsk bremsen, weil von der Seite her ein Fussgänger zu nah ans Fahrzeug rankommt.
Aber für die erste Testfahrt hat sich das Ganze sehr gut angefühlt, ich warte nun gespannt auf die Auswertung der Testphase.

PostAuto verliert langsam sein verstaubtes Image

Da muss man doch mal erwähnen, dass die Postautos schon zum zweiten Mal stärker in den Fokus von Digitalen Nimaden geraten. Tut sich die SBB nach wie vor äusserst schwer mit WLAN in den Zügen, so ist das im Postauto längst eingeführt. Das ehemals verstaubte, nostalgische Image der Schweizer Postautos löst sich augenscheinlich immer schneller in Luft auf.

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