Im rollenden Büro durch Deutschland

Im ICE zwischen Bern und Berlin

Im ICE zwischen Bern und Berlin

Es geht endlich los. Die 3. Digitale Nomadenkonferenz DNX in Berlin beginnt heute Abend mit dem Film ‚Pedal the world‚.

Ich habe mich entschlossen, mit dem Zug anzureisen, um gleichzeitig zu testen, wie es sich in der Deutschen Bahn als Digitaler Nomade so arbeiten lässt. Fast normale Büroarbeitszeiten: Bern ab 09.04 Uhr, Berlin an 17.27 Uhr, dies entspricht einem gängigen Arbeitstag.

Nun, diese Entscheidung habe ich ein paar Wochen vor der grossen Bahn-Streikankündigung getroffen. Die letzten paar Tage vor Abfahrt habe ich jetzt jeden Tag die Hotline der DB angerufen, um zu prüfen, ob mein ICE auch tatsächlich immer noch fährt. Er fährt – und diese Zeilen schreibe ich aus dem Zug.

Kurz nach Bern, will ich mich im ICE-WLAN anmelden. Und siehe da: Nix geht. So werden dann bis Basel über 4G mit dem Handy am Laptop die ersten Mails gecheckt. Ab Basel dann die für Digitale Nomaden wichtige Durchsage: Der Hotspot funktioniere jetzt wieder. Uff, nicht dass ich zum Arbeiten keine Alternativen gehabt hätte, aber nach der Streikandrohung dann auch noch Netzprobleme, das wär jetzt schon grad ein bisschen blöd gewesen.

Gespenstisch: Bei der Einfahrt in Frankfurt wird dann alles klar: Wir sind tatsächlich der einzige Zug, der hier auch fährt. Leere Geleise, sitzende Leute auf dem Bahnsteig, ein paar wenige verlassene Züge. Schwein gehabt…

Die Mails gehen flott raus, die WLAN-Geschwindigkeit im Downloadbereich bewegt sich um vertretbare 5Mbps. Ab und zu mal ein paar Verbindungsschwankungen, aber glücklicherweise erst ein einziger Ausfall.

Damit man in Deutschen Zügen WLAN nutzen kann, muss man 1.Klasse fahren, das ist genau gleich wie in der Schweiz. Das Ticket von der Grenze Basel Badischer Bahnhof bis Berlin Hbf. kostet im Spartarif CHF 125.- (zzgl. CHF 15.- für den 1.Klassewechsel aufs GA von Bern nach Basel), das ist ok, aber immer noch viel teurer als die CHF 50.- welche ein Weg mit Easyjet von Basel nach Berlin gekostet hätte.

Aber eben, die Vorteile des rollenden Zug-Büros liegen auf der Hand: Ungestörtes Arbeiten, dazu kostenlose Tageszeitungen. Kein ‚fasten your seatbelts‘ und die lästigen Security-Kontrollen am Flughafen entfallen ebenfalls. Gefällt mir!

Diesen Beitrag mit anderen teilen...Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+