10 Fallen, die uns daran hindern frei zu sein

10 Fallen, die uns daran hindern frei zu sein

Valchava_Schweizerisches_Paradies_fuer_Digitale_Nomaden016Wenn man mir vor ein paar Wochen gesagt hätte, dass es für Digitale Nomaden sehr viel Sinn macht, das 1973 erschienene Buch „How I found Freedom in an unfree World“ zu lesen, hätt ich gedacht, das sei ein Witz. Der Begriff Digital hat damals noch gar nicht existiert und das Internet wurde erst knapp 20 Jahre nach der ersten Ausgabe dieses Buches erfunden.

Das Buch muss aber wärmstens empfohlen werden, für alle jene, die Freiheit suchen. Egal ob Digitale Nomaden oder nicht. Die Aussagen von Harry Browne sind zeitlos und beeindrucken auch über 40 Jahre später noch immer.

Der Autor geht konsequent vor und empfiehlt dem Leser für seine Freiheit den nötigen Preis zu bezahlen. Denn, wenn man Freiheit will, muss man zuerst etwas geben, oder besser gesagt aufgeben und das hat eben seinen Preis.

Freiheit beginnt im Kopf. Es ist sehr bequem allen anderen oder dem Staat die Schuld für seine Unfreiheit zu geben.

Um frei zu sein, muss man nicht die Welt verändern, sondern zuerst mal sich selber. Die meisten von uns sind sich gar nicht bewusst, wie viele Alternativen sie eigentlich hätten, aber aus Angst vor der Veränderung werden die Handlungsfelder schnell wieder vergessen.

Harry Browne erkärt in seinem Bestseller aus den Siebzigerjahren, welche Fallen (Traps) man meiden sollte und wie man vorgehen muss, um echte Freiheit zu finden.

1. The Identity Trap: Das falsche Gefühl, dass man jemand anderes als sich selber sein sollte, um frei zu sein.

  • Ein freier Mensch macht so oft wie möglich positive Entscheidungen und hat meistens attraktive Alternativen.
  • Um frei zu sein, muss man wissen was man macht und warum man es macht.
  • Wichtige Entscheidungen sollte man nur dann machen, wenn man seine eigenen Emotionen unter Kontrolle hat.

 

2. The Morality Trap: Das falsche Gefühl, man müsse einer moralischen Vorstellung von anderen folgen.

  • Grosse Desaster vermeiden und bei jeder wichtigen Entscheidung die langfristigen Ziele nicht aus den Augen verlieren.
  • Der Autor empfiehlt, seine eigene moralischen Grundsätze aufzubauen. Gut ist, was dir Zufriedenheit bringt, schlecht ist was dich unglücklich macht.

 

3. The Unselfishness Trap: Das falsche Gefühl, man müsse die Zufriedenheit anderer vor seine eigene Zufriedenheit stellen.

  • Jeder Mensch ist egoistisch. Warum soll man sich schlecht fühlen, wenn man das eigene Glück sucht, wenn es ja das ist, was alle anderen auch machen.
  • Und wenn dich jemand verurteilt, weil du egoistisch handelst, ist es höchstens ein Beweis dafür, dass diese Person egoistischerweise von dir ein Verhalten erwartet, welches sie selber als richtig definiert.

 

4. The Group Trap: Das ist die falsche Vermutung, dass sich eine Aufgabe in der Gruppe einfacher lösen lässt, wenn man die Kräfte bündelt.

  • Das Problem sind die individuellen Vorstellungen aller Mitglieder einer Gruppe, die eine Entscheidungsfindung sehr schwerfällig machen und eine Menge Kompromisse nach sich ziehen.

 

5. The Despair Trap: Ist der Irr-Glaube, dass dich andere Personen daran hindern, frei zu sein.

  • Du musst nicht genau dort stehen bleiben, wo du momentan stehst im Leben. Versuch Gleichgesinnte zu finden, die anderen können ignoriert werden.

 

6. The Rights Trap: Der Irr-Glaube, dass deine Rechte dich frei machen.

  • Es macht immer mehr Sinn sich auf direkte Alternativen zu konzentrieren, Dinge die man selber kontrollieren kann.

 

7. The Utopia Trap: Ist der Irr-Glaube, dass man zuerst bessere Bedingungen in der Gesellschaft schaffen muss, bevor man frei ist.

  • Freie Menschen realisieren, dass sie die Welt nicht verändern können.

 

8. The Burning Issue Trap: Ist der Irr-Glaube, dass es dich in allen aktuell brennenden Problemen auf der Welt braucht.

  • Was andere mit ihrem Leben machen ist deren Sache, du bist nicht verpflichtet mitzumachen.
  • Mach dein Leben zur „brennenden“ Sache.

 

9. The Previous-Investment Trap: Ist der Irr-Glaube, dass bereits investierte Zeit, Einsatz und Geld für künftige Entscheidungen berücksichtigt werden müssen.

  • Lerne von der Vergangenheit, aber habe nie das Gefühl, du müsstest eine früher getätigte Investition rechtfertigen, indem du immer noch daran hängst.

 

10. The Box Trap: Ist das falsche Gefühl, dass man die Begrenzungen seines Lebens als gegeben akzeptieren muss, weil es keinen Weg daraus zu geben scheint.

  • Schau dein eigenes Leben an. Was kannst du heute tun, das dir morgen mehr Freiheit verschafft.
  • Es gibt keinen Grund deine Entscheidungen der Vergangenheit zu wiederholen, ausser sie waren erfolgreich.
  • Die Wünsche und Erwartungen von anderen sollen nicht dein Leben kontrollieren. Du machst die Entscheidungen.
  • Wenn du ein neues Business startest, kümmere dich nicht mit erster Priorität um alle Regeln oder rechtlichen Einschränkungen.

 

Weitere Freiheitstipp aus dem Buch:

  • Harry Browne hat alle seine Angestellten entlassen und dann als Freelancer wieder angestellt. Dadurch hat er Steuern und Sozialabgaben eingespart und seine Mitarbeiter konnten grosse Abzüge bei den Steuern geltend machen.
  • Er ist kein grosser Fan der Ehe. Als Alternative schlägt er vor, die rechtlichen Angelegenheiten mit eigenen Verträgen zu regeln und den Besitz nicht zu teilen, sondern bei Neuanschaffungen immer darauf zu schauen, dass nur eine Person beteiligt ist. Bei Trennungen zeigt er auf, dass man mittels Versteigerungen den gemeinsamen Besitz wieder aufteilen soll. Das heisst, dass das gemeinsame Gut per internem Verkauf aufgeteilt wird. Güter zusammenzulegen sei in etwa so unrealistisch wie den Geist zu teilen. Wenn man sich mit dem Aufteilen nicht einig werden sollte, gibt es einen guten, alten Trick. Das zu teilende Gut wird von einer Person in zwei gerechte Hälften aufgeteilt und die andere Perso wählt aus, welche Hälfte sie nehmen will.
  • Jede Person in einer Beziehung soll eigene Unternehmungen machen, eigene Freunde haben und die gemeinsame Zeit soll man nur für Dinge verwenden, die zusammen Spass machen.
  • Der Haushalt soll immer von einer dritten Person, sprich einer Putzfrau gemacht werden.
  • Sicherheit entsteht, wenn man es versteht mit der Welt zu verhandeln und nicht, weil einem von jemandem Sicherheit versprochen wurde.
  • Tipps fürs Business: Es geht immer darum, dass man für Kunden Probleme löst. Dies soll aber nie im Stundenlohn geschehen, sondern besser durch einen fixen Betrag abgegolten werden.
  • Man soll seine Zeit dann geniessen, wenn man sich am besten fühlt, das heisst wenn man mental und physisch fit ist.
  • Die Zeit um frei zu sein, beginnen zu leben, ist genau jetzt.
  • Man soll seine Vorstellungskraft verwenden, um bessere Alternativen zu seinem momentanen Leben zu finden. Wenn man später entscheidet, dass man nichts ändern will, dann ist das ok so, aber nur wenn die Alternativen nicht besser sind, als das was man gerade hat.
  • Er hat nicht mehr versucht, seine Faulheit zu leugnen, hat Wege gefunden mit dem Geld zu machen, was er am liebsten macht. Browne realisierte, dass der monetäre Erfolg zu viel Diskomfort verlangen würde. Interessanterweise hat er aber nach den Umstellungen viel mehr Geld verdient als vorher, da er sich auf die Arbeit konzentrierte, die ihm viel Spass bereitete.
  • Manchmal bedarf es einen komplett neuen Start (Starting from Zero). Dies sei zwar eine krasse Methode aber für einige unumgänglich. Man soll den kurzfristigen Schmerz nicht scheuen, denn schlimmer ist es, wenn man chronisch über eine sehr lange Zeit wegen einer ungelösten Situation zu leiden habe. Dieser chronische Schmerz kann die Sinne töten, die Lebensfreude trüben und bitter machen.

Das Buch ist leider vergriffen. Man kann es aber hier kostenlos als PDF downloaden oder gebrauchte Exemplare auf Amazon.com bestellen.

Mish & Rob, zwei erfahrene Digitale Nomaden, haben mich dank ihres Blogposts dazu gebracht, das über 40 Jahre alte Werk zum Thema Freiheit zu bestellen und mit Freude zu lesen.

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