Bloggen im Zug ohne Laptop – Mobile wird zum aufgeklebten Bildschirm

Bloggen im Zug und dazu ins Tessin fahrenBloggen im Zug, ohne den Laptop zu verwenden, was soll das denn jetzt wieder? Auf der Fahrt von Thun nach Locarno via Domodossola (It) komme ich endlich dazu, ein lang ersehntes, kleines Experiment durchzuführen.

Aus Gewichtsgründen möchte ich als Digitaler Nomade so wenig Gepäck mitnehmen wie nötig. Daher versuche ich wenn immer möglich, nur vom Mobile aus zu arbeiten und den Laptop schon gar nicht erst mitzunehmen.

Das hat mich vor kurzem auf die Idee gebracht, das Mobile nur noch als Bildschirm zu benutzen und die Eingabe mittels meiner ultraportablen Bluetooth-Tastatur von Logitec vorzunehmen. Zum Bloggen eignet sich das super.

Zweiersitz im Zug bevorzugt

Dazu müssen aber bereits bei der Platzwahl im Zug einige Vorbereitungen getroffen werden. Man muss nach einem Zweiersitz Ausschau halten, wo es möglich ist wie im Flugzeug etwas an die Rücklehne zu befestigen. Das Handy klebt man dann einfach mit einem doppelten Klebeband fest. Tastatur über Bluetooth verbinden, fertig.

Bloggen im Zug

Doppeltes Klebeband am Vordersitz festgemacht, um das Mobile auf Augenhöhe zu befestigen und dann mittels Bluetooth Tastatur zu bloggen.

Natürlich können so nicht ganz alle Aufgaben erledigt werden, die Einrichtung eignet sich am besten für das reine Tippen von Blogartikeln.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand. Minimalistische Ausrüstung und trotzdem super Ergonomie, da der Bildschirm auf Augenhöhe ist und ich wie im Büro eine Tastaur habe.

Am besten wird der Text in eine App wie Evernote eingetippt, danach können dann vor dem Kopieren und Veröffentlichen auf WordPress noch letzte Formatierungen getätigt werden.

Ich nehme mir vor, noch mehr Blogposts so zu schreiben. Der Komfort ist sehr gross und im Vergleich zum manuellen Eintippen per Daumen bei mir jedenfalls um Längen schneller. Es ist sogar möglich über die Tastatur zwischen offenen Tabs hin- und herzuschalten.

Lange Zugstrecke in der Schweiz ohne Umsteigen – Zum Bloggen idealerweise ins Tessin

Heute mache ich eine kleine Rundreise durch den Süden der Schweiz und Teile Norditaliens. Um 7.56 Uhr geht es in Thun los nach Domodossola, dort umsteigen und per Centovalli Express nach Locarno. In Locarno habe ich ein paar Stunden Aufenthalt um mir die Beine zu vertreten, bevor es dann via neuem Gotthard Basistunnel über Zürich zurück nach Thun geht. Herrlich, im Zug sitzen, gute Musik in den Ohren und am Blog arbeiten, ohne den Laptop auspacken zu müssen.

Wichtig ist dabei natürlich, dass man nicht alle paar Minuten wieder umsteigen muss sondern auch mal längere Zeit unverändert an seinem Text arbeiten kann.

Das Tessin eignet sich vom Schweizer Mittelland aus dazu eigentlich bestens. Du sitzt für längere Zeit auf deinem Sitz, ohne dass du grad wieder umsteigen musst. Meistens erwartet dich dazu noch schönstes Wetter, wenn es im Norden nicht so toll ist.

In Locarno habe ich mir an der Piazza Grande im Coop einen Salat gekauft und bin damit 30 Minuten hochgewandert, um an einem schönen Aussichtsort das Mittagessen zu geniessen. Eigentlich schon toll, wenn man dabei weiss, dass es im Norden der Schweiz grad so richtig schneit und an Picknick draussen nicht mal ansatzweise zu denken ist.

Danach noch eine Stunde am See entlang spazieren, bevor es mit einem Take away Kaffee um 14.30 Uhr wieder in den Zug Richtung Norden geht.

4G Empfang im neuen Gotthard Basistunnel

Jetzt gehts zurück durch den neuen Gotthard-Basistunnel, bis Zürich bleiben von Bellinzona aus immer noch 90 Minuten, um am Blog weiterzuschreiben, der Klebestreifen kann natürlich ein zweites Mal wiederverwendet werden, klebt so immer noch bestens. Habe auf der Fahrt durch den Tunnel gerade erstaunt festgestellt, dass die Netzabdeckung (Sunrise) auf der ganzen Fahrt auf 4G geblieben ist, ein weiteres Argument, um auf dieser Strecke auch webbasiert zu arbeiten.

Die Idee, im Zug bequem zu arbeiten, hatte ich schon lange. Mit dem Laptop hat es nie so richtig geklappt, Schuld daran war entweder die Ergonomie (Laptop auf den Knie, wenig Platz) oder dann das unregelmässige WLAN. Probleme mit dem Netz gibt es zwar immer noch, doch die Ergonomie hat einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Auf den Knien zu tippen, den Bildschirm aber auf Augenhöhe zu haben, ist für mich ein Riesenvorteil.

Selbstverständlich sind im Zug nicht alle Arbeiten möglich, so eignen sich reine Tipparbeiten am besten. Sobald man stabiles Netz benötigt, muss man eigentlich in die erste Klasse wechseln. In den ICE’s gibt es aber seit neustem auch in der zweiten Klasse WLAN. Allerdings funktioniert dies nur in Deutschland und noch nicht in der Schweiz.

Ich plane anfangs März 2017 per Zug in den Osten Europas zu reisen und da verschiedene Städte als Digitaler Nomade zu testen. Beginnen will ich mit einer langen Fahrt von Thun via Berlin nach Warschau. Die Zugfahrt dauert ca. 15 Stunden, erstaunlicherweise muss ich dazu nur ein einziges Mal in Berlin umsteigen.

Geplante Reise als Digitaler Nomade in Ost-Europa

Auf meiner Reise durch Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn möchte ich herausfinden, in welcher osteuropäischen Stadt die Bedingungen für Digitale Nomaden am idealsten sind.

Bereits bei der Recherche zeigt sich, dass es in Polen meistens sehr schnelles Internet gibt. Google stellt in Warschau sogar ein kostenloses CoWorking Space zur Verfügung.

Über meine Erfahrungen mit dem Digitalen Nomadentum im Osten Europas, werde ich natürlich an dieser Stelle wieder ausführlich bloggen. Vielleicht hat jemand von euch schon Erfahrungen in der Region gemacht? Über Tipps und Hinweise in den Kommentaren würde ich mich jedenfalls sehr freuen.

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