Ausbildung zum Millionär – Buchempfehlung für Digitale Nomaden

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Sei es im Sport oder im Business: Es gibt immer gute Alternativen zur formalen Ausbildung.

Als ich den Titel „The education of the Millionaires“ meines neu erworbenen Buches nochmals las, war ich schon eher skeptisch, ob ich wirklich das richtige lese. Wieder so ein Buch, das uns zeigen will, wie man rasch viel Geld verdient. Das kennen wir doch schon zur Genüge.

Doch weit gefehlt. Michael Ellsberg hat viele neue Erkenntnisse bereit, vor allem was die Alternativen zur formalen, persönlichen Schulbildung und Weiterbildung betrifft. Viele der Personen, die in dem Buch zu Wort kommen, haben keine Ausbildung oder haben die Schule abgebrochen, wurden aber trotzdem als Unternehmer ausserordentlich erfolgreich.

Der Vorwurf, dass die reguläre Schulbildung die Kreativität killt, kann ich auch teilweise bestätigen. Sicher haben wir es hier in der Schweiz um einiges besser als in den USA, aber auch hier wird viel zu oft nur auswendig gelernt und viel zu selten über Probleme nachgedacht.

Wichtig für Entrepreneure ist die Kreativität, das innovative Denken, praktische und soziale Intelligenz.

Ellsberg definiert 7 Schwerpunkte für gutes Lifelong Learning, das sich an Unternehmer wendet:

1. How to Make Your Work Meaningful

Es ist erstrebenswert, dass man im Leben vieler Leute etwas bewegen kann.

Dazu kann man nicht nur in gemachten Pfaden fahren, sondern den Mut haben, etwas neues zu wagen.

Die grösste Gefahr besteht darin, dass man sein Leben lebt, ohne das zu tun, was man wirklich will, nur mit der Hoffnung, sich später dann mit Geld die verpasste Freiheit zu kaufen.

Leute auf dem Sterbebett liegen, bereuen in der Regel nicht, was sie gemacht haben, sondern was sie nicht gemacht haben.

Ellsberg empfiehlt, dass man sich viel Zeit und Raum nimmt, um Experimente in Leadership, Innovation und Sinnsuche zu machen.

2. How to Find Great Mentors and Teachers

Du bist immer der Durchschnitt der fünf Leute, mit denen du die meiste Zeit verbringst.

Gebe, gebe, gebe (von deinem Knowhow) immer ohne die geringste Erwartung. To get value, give value.

Tipps für Smalltalk. Die zwei wichtigsten Fragen lauten:

– Was ist das Interessanteste, das du im Moment in deinem Business machst?
– Was ist das Herausforderndste (wo gibts Probleme?), das du im Moment in deinem Business machst?

3. What Every Successfull Person Needs to Know About Marketing, and How to Teach Yourself

Sell something. Now. Dont wait for the time to be right (it never will be).

Der Erfolg von Marketingprofis liegt darin, dass sie oft und viel mit ihren Kunden sprechen und dadurch genau wissen, was deren grösste Ängste, Frustrationen, Wünsche und Albträume rund um ein Produkt oder Service sind.

Dadurch entstehen neue Produkte und Services, die genau auf die Kundengruppe zugeschnitten sind und auch gerne gekauft werden.

4. What Every Successfull Person Needs to Know About Sales, and How to Teach Yourself

Viele mögen es gar nicht gern, anderen Leuten etwas zu verkaufen. Es wird als schmierig angeschaut, wenn man andere von etwas überzeugen möchte.

Sales is the ability to take someone who knows about you, but who has never give you money, and turn them into someone who knows about you and who is also giving you money, if what you’re offering is a good match for them.

Oder noch klarer: Guiding others into a future that would not have happend otherwise.

Sales is the magic skills that opens doors and fills bank accounts.

Ein einfacher Trick ist es, den Kunden immer 5x Warum zu fragen, wenn man in einem Gespräch ist. Das gibt einen ganz klaren Fokus auf die Probleme des Kunden.

Danke für diesen Tipp, Flores. Als ich in Siargao dieses Buch las und mit ihm darüber sprach, hat er mir über seine Erfahrungen in Sales an einer grossen holländischen Universität erzählt. Flores ist ein Kommunikationsprofi, der seinen Job gekündigt hat und nun um die Welt reist. Es ist immer wieder gut, das Gelesene mit anderen Personen auszutauschen, also ganz im Sinne des autodidaktischen Lernens, das der Autor in seinem Buch so hoch bewertet.

5. How to Invest for Success (The Art of Bootstrapping)

How to invest your time, money and other resources for success.

Man nennt es Bootstrapping your education. Das heisst, dass man nicht viel Geld für einen Titel einer Universität ausgeben muss, sondern dass man auch viel günstiger an geeignete Weiterbildungsangebote kommt, zum Beispiel durch das Lesen von Büchern, den Austausch in Mastermindgruppen oder durch das Anschauen von TED-Videos oder das hören von Podcasts.

Investing in your own human capital is your best investment! It will never let you down and will keep providing value and cash for the rest of your life.

Man soll eine echte Passion für das lebenslange Lernen entwickeln.

6. Build the Brand of You

The brand is what people think about when they hear your name.

Create stuff. Sell stuff. Market stuff. Lead stuff. Make sure it’s good stuff, then make sure there’s a good Google trail about it.

Der Autor empfiehlt, dass man sich nicht unter einer Fantasiemarke verkaufen soll, sondern besser seinen Namen als eigenständige Domain reserviert und sich darüber vermarktet. Das gibt dem Geschäft ein Gesicht. Erfolgreiche Beispiele gibt es viele: Versace, Prada, Bang & Olufsen, Bentley…

7. The Entrepreneurial Mind-set versus the Employee Mind-set: Become the Author of Your Own Life

Die 5-Minuten Regel: Es lässt sich nicht verhindern, dass man sich ab und zu auch mal aufregt in seinem eigenen Business. Diese negative Phase darf aber höchstens 5 Minuten dauern, danach soll man weiterfahren und nach vorne blicken.

Der Entrepreneurial Mindset fokussiert auf Beteiligung (nicht Titeljagd wie beim Employee Mind-Set), auf Outcome (nicht Output), auf Nötiges (nicht auf etwas, wo es einen Auftrag dafür gibt), auf sich selber überflüssig zu machen (und nicht auf Jobprotection), auf grosse Entscheidungen (und nicht auf die Angst, Entscheidungen zu treffen, für die man keine Bewilligung hat).

Noch einfacher erklärt: Als Angestellter wird man beauftragt, Problemlösungen bereitzustellen, als Unternehmer löst man das Problem als solches.

Das grösste Ziel eines Unternehmers in seiner eigenen Firma sollte es sein, sich selber überflüssig zu machen.

Safe is the new risky – risky is the new safe.

Ellsberg erklärt es mit einem Beispiel aus dem Immobilienbereich: Wenn man eine Wohnung mietet hat man viele Optionen, wenn man kauft hat man dagegen weniger Optionen. Deshalb sollte Kaufen auch einiges günstiger sein als Mieten, wegen all den Optionen die man damit verpasst.

Das Buch plädiert für eine grössere Bedeutung der informellen Bildung, denn die formale Bildung ist zu einem Autopiloten verkommen, der es verhindert, dass man sich selber mit der Frage beschäftigt, was man mit seinem eigenen Leben eigentlich machen will.

Der Titel sollte also nicht davon abhalten, dieses vielseitige Buch zu lesen. Viel Spass beim Experimentieren mit all den neuen Formen des lebenslangen Lernens!

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